Mehrsprachigkeit macht Sinn – aber ab wann?

22.01.2014

Die Kinderkrippe Biberbau bietet bilinguale Sprachförderung in Deutsch und Englisch für Kinder ab 6 Monate – eine Betrachtung von Möglichkeiten und Chancen in der frühkindlichen Erziehung.

In der Diskussion um eine bilinguale Sprachförderung von Kindern stellt sich oft als erstes die Frage des geeigneten Zeitpunkts. Ist ein 6 Monate altes Kind zu jung? Sollte das Kind nicht in seiner Muttersprache flüssig sprechen lernen und sich erst später mit einer Fremdsprache befassen? Die Kinderkrippe Biberbau setzt auf bilinguale Sprachförderung von Anfang an. Aus gutem Grund: die Balance zwischen spielerischer Förderung und Berücksichtigung kindlicher Interessen und Fähigkeiten ermöglicht einen Zugang zu Sprache, der sich langfristig bewährt.

Das Motto der Kinderkrippe Biberbau in München-Bogenhausen lautet „Starke Wurzeln und ein freier Geist“. Das spiegelt den pädagogischen Ansatz der bilingualen Einrichtung wieder: Das Konzept basiert auf bewährten reformpädagogischen Ansätzen nach Maria Montessori und Emmi Pikler. Im Biberbau sind die Kinder Baumeister ihrer Entwicklung. Wie der Biber in der freien Natur, so schaffen sich die Kinder hier Lebens- und Spielräume, die sie entsprechend ihren Bedürfnissen gestalten können. Jedes Kind wird dabei von ausgezeichneten Pädagoginnen begleitet und unterstützt, kann nach seinem eigenen Tempo die Welt erkunden und individuell seine Wünsche und Talente zum Ausdruck bringen. „Das Kind zeigt uns den Weg auf, den es gehen will“, erläutert Dunia Köhling, Trägerin der Einrichtung.

Neben diesen reformpädagogischen Ansätzen bietet die Kita Biberbau zweisprachige Förderung der Kinder in den Sprachen Deutsch und Englisch. In Gruppen mit jeweils 12 Kindern im Alter zwischen 6 Monaten und 3 Jahren steht jedem Kind eine deutsch- und eine englischsprachige Bezugsperson zur Seite. Dadurch hat jedes Kind die freie Wahl und kann in beide Sprachen eintauchen, ohne sich überfordert zu fühlen. Dieses Prinzip nennt sich Immersion; das Kind erlernt die Sprache wie in einer bilingualen Familie und spricht dann, wenn es soweit ist. „Die freie Wahl des Kindes und die Berücksichtigung seiner Wünsche sind uns sehr wichtig.“ erläutert die Trägerin, die selbst mehrsprachig aufgewachsen ist. „Ich hatte durch meinen sprachlichen Hintergrund eine Chance, die ich anderen Kindern ermöglichen will.“

Welche Vorteile bietet die Bilingualität für Kinder in einem so jungen Alter?

Ganz unabhängig davon, ob die Kinder aus mehrsprachigen Familien stammen oder nicht: die Vorteile einer bilingualen Sprachförderung in der Kita sind zahlreich:

  1. Bilinguale Sprachförderung fördert die Sprachentwicklung an sich – es geht also nicht nur
    darum Englisch zu lernen, sondern darum, von Anfang zwei Sprachen zu erleben. Kinder
    lernen in diesem Alter Inhalte und Konzepte – also z.B. was ist ein Kaninchen. Dass
    verschiedene Sprachen unterschiedliche Begriffe für den gleichen Inhalt aufzeigen, ist für
    das Kind leicht zu verstehen.
     
  2. Die Entwicklung der Muttersprache profitiert von der bilingualen Sprachförderung.
    Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Entwicklung der Muttersprache bei mehrsprachig
    erzogenen Kindern, zeigen auf, dass diese einen größeren Wortschatz besitzen – auch in
    der Muttersprache. Hintergrund ist die intensive Auseinandersetzung der Kinder mit
    Sprache an sich. Wichtig ist natürlich, dass beide Sprachen angeboten und gefördert
    werden. Durch die Immersion der Sprachen mit zwei Bezugspersonen ist dies aber jederzeit
    möglich.
     
  3. Spracherwerb ist auch kultureller Austausch. Die Sprachförderung in einer 2. Sprache wird
    im Alltag ganz genauso umgesetzt, wie die Sprachförderung der 1. Sprache – durch Lieder,
    Geschichten und anderen situativen Kontext. Dabei werden nicht einfach deutsche Lieder
    übersetzt, sondern originär englische Lieder gesungen bzw. englischer Sprachgebrauch
    benutzt. Die bilinguale Sprachförderung ist also auch eine kulturelle Bereicherung der
    Kinder und fördert damit ihre interkulturelle Kompetenz.
     
  4. Englische Sprachförderung ist Bestandteil der deutschen Gesellschaft. An sich eignen sich
    alle Sprachen für eine Immersion. Englisch als internationale Verkehrssprache ist natürlich
    am häufigsten in Gebrauch in Deutschland. Das frühe Lernen der englischen Sprache
    erleichtert in der Schule den Sprachunterricht. Für die Kinder ist die Sprache aufgrund der
    vertrauten Wörter, Satzstruktur und Klänge nicht mehr neu. Allerdings ist es natürlich
    wichtig, dass die Sprachförderung in der englischen Sprache nicht nach der Kita abreißt
    und erst wieder in der Grundschule oder gar danach weitergeht.

 
Diese Mischung aus bewährter Reformpädagogik mit der Grundidee, die Eigenständigkeit des Kindes zu fördern, und der modernen Sprachförderung durch Immersion ist die perfekte Kombination für die Kita Biberbau. „Mit dieser Mischung leben wir unser Motto starke Wurzeln zu bewahren und einen freien Geist zu entfalten jeden Tag.“ schließt die Trägerin ab.

Interessierte Eltern können auf der Website www.kita-biberbau.de mehr zur deutsch-englischen Sprachförderung in einer Krippe und zum pädagogischen Konzept der Einrichtung erfahren. Hier gibt es auch Informationen zu den Buchungszeiten und -preise sowie Kontaktdaten der Ansprechpartner. Außerdem können sich Eltern online für die regelmäßig stattfindenden Elternabende anmelden oder einen Platz vormerken. Die Chancen sind gut, noch einen Platz zu bekommen, denn die Kita Biberbau wird erst im Frühjahr 2014 eröffnen.

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